Neue Publikation: Schlepperkriminalität im Zuge transnationaler Europäisierung

 
 

Im Juridikum veröffentlichte Marion Neunkirchner kürzlich den Artikel “Schlepperkriminalität im Zuge transnationaler Europäisierung: Die restriktive Historie des Fremdenpolizeigesetzes im kriminalpolitischen Diskurs.” Im Artikel setzt sie sich mit den Ergebnissen ihrer Masterarbeit auseinander.

Abstract

Das Verbrechen der Schlepperei nach §114 FPG erlebt seit seiner erstmaligen Sanktion im Jahr 1986 eine stetig restriktive Entwicklung. Die diskursive Konstruktion des Schleppers zum bösartigen Verbrecher, der sich innerhalb der Schleppermafia organisiere, dominiert jene parlamentarischen Debatten, in denen die Strafverschärfungen schließlich beschlossen werden. Jene Beschlüsse richten sich gegen die Bekämpfung der organisierten Kriminalität. Die Organisation krimineller Banden entwickelt sich zeitgleich mit der Erweiterung der inneren Sicherheit vom nationalen auf den europäischen Raum und führt zur verstärkten justiziellen Zusammenarbeit der europäischen Staaten. Diese Entwicklung kann als Effekt transnationaler Europäisierung verstanden werden, welche die Tendenz, einer am Täterstrafrecht orientierten Kriminalpolitik erkennen lässt, die nach amerikanischem Vorbild, womöglich jene wohlfahrtsstaatliche Entwicklung der restorative justice, zu Gunsten der punitive justice einzutauschen vermag.